Möglicher Abschluss
Staatl. geprüfte/r Techniker*in, FHR
Die Aufgabenfelder
Die ständig steigenden Anforderungen der Unternehmen in den technischen und organisatorischen Bereichen erfordern höher qualifizierte Mitarbeiter, die in der Lage sind, sich selbstständig und teamorientiert diesen Herausforderungen zu stellen.
Hierbei erstrecken sich die Tätigkeitsfelder der Techniker*innen auf einzelne Funktionsbereiche eines Unternehmens wie
- Forschung und Entwicklung
- Produktionsplanung und -steuerung
- Fertigung und Arbeitsplanung
- Service und Vertrieb
- Qualitätsmanagement
- Automatisierungstechnik
- Unternehmensführung
- Projektmanagement
Der jeweils gewählte Schwerpunkt ermöglicht eine Vertiefung in bestimmten Tätigkeitsfeldern, wobei gleichzeitig eine hohe Flexibilität erhalten bleiben muss.
Die Weiterbildung zur Technikerin/zum Techniker am Berufskolleg Erkelenz kommt diesen Ansprüchen entgegen.
Hohe Investitionen des Kreises Heinsberg in eine dem industriellen Standard entsprechende technische Ausstattung, sowie die didaktische Aufbereitung der Inhalte durch die Lehrer der Fachschule für Technik sind Voraussetzung für eine Lern- und Arbeitsumgebung, die ein professionelles ganzheitliches Lernen ermöglicht.
Unterrichtsinhalte
berufsbezogener Lernbereich
- Konstruktions- und Entwicklungstechnik
- Baugruppenkonstruktion und FEM mit Autodesk-Inventor
- SPS-Technik (Siemens TIA-Portal)
- automatisierte Fertigungsprozesse (Siemens Operate)
- Betriebsmitteltechnik
- Projektmanagement
- Qualitätsmanagement
- Betriebs- und Personalwirtschaft
- Projektarbeit in Kooperation mit den Betrieben der Region
berufsübergreifender Lernbereich
- Deutsch/Kommunikation
- Mathematik
- Englisch
- Politik/Gesellschaftslehre
Erbrachte hochschulische Leistungen können nach Rücksprache mit der Schulleitung anerkannt werden.
Unterrichtsorganisation
- Beginn jährlich zum Schuljahresstart (August)
- 4 Jahre berufsbegleitend in Abendform (Teilzeit)
- dienstags und donnerstags von 18:00 bis 21:00 Uhr
- samstags von 7:30 bis 12:30 Uhr
Abschlussprüfung, Fachhochschulreife, Bachelorstudium
Am Ende der Ausbildung werden drei schriftliche Prüfungsarbeiten angefertigt, die zum Erwerb des Abschlusses staatlich geprüfter Techniker*in führen:
- Entwicklungstechnik
- Betriebsmittel- und Fertigungstechnik
- Betriebliches Management
Durch eine zusätzliche Prüfung im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich erlangen Sie die bundesweite Fachhochschulreife, die zu einem Studium an einer technisch ausgerichteten Fachhochschule berechtigt.
Förderung über Aufstiegs-BAföG
Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz (AFBG) fördert die berufliche Weiterbildung zum „staatlich geprüften Techniker“ in Teilzeitform.
Weitere Infos finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums für Bildung: HIER.
Die Informationsbroschüre des Ministeriums finden Sie unten bei den Downloads.
Industrieprojekte
Nachfolgend sind einzelne Projektarbeiten, die in Kooperation mit den regionalen Unternehmen 2025 angefertigt wurden, kurz skizziert:
Projektarbeit: Konstruktion eines Montagegestells für eine Pinolenzentrierung
Projektteam: Marcel Friedrichs, Cedric Jacobs, Berkant Kocakaya, Julian Nuth
Kooperationspartner: Hegenscheidt-MFD GmbH
Ansprechpartner: Nico Knoop
Betreuende Lehrkraft: Martina Flöth

Zusammenfassung:
Hegenscheidt-MFD GmbH mit Sitz in Erkelenz ist ein international tätiges Unternehmen im Werkzeugmaschinenbau. Als Teil der NSH-Gruppe entwickelt und produziert es Maschinen für die Schienenfahrzeug- und Automobilindustrie.
Das Projekt umfasst die Entwicklung eines Montagegestells für die Montage einer Pinolenzentrierung.
Ziel war die Verbesserung von Effizienz, Ergonomie und Sicherheit. Verschiedene Konstruktionsansätze wurden systematisch bewertet, wobei robuste, leichte Materialien und ergonomische Aspekte im Fokus standen.
Das entwickelte Gestell ermöglicht eine sichere, automatisierte Drehung des Bauteils und kann mit Flurförderfahrzeugen transportiert werden.
Ergänzend wurde eine Einpressvorrichtung für eine DU-Buchse integriert, um die Montage weiter zu erleichtern.
Projektarbeit: Entwicklung einer Vorrichtung zur Montage des Kreuzkopf-Bolzens im Triebwerk
Projektteam: Matteo Beumers, Onur Güner, Rajesh Sharma, Nils Tidemann
Kooperationspartner: Neuman&Esser GmbH
Ansprechpartner: Willi Rosenbaum
Betreuender Lehrer: Bernhard Kauenberg

Zusammenfassung:
NEUMAN & ESSER ist ein weltweit tätiges Familienunternehmen mit Hauptsitz in Übach-Palenberg. Es entwickelt und produziert Kompressoren, Mahlanlagen und Wasserstoffsysteme. Neben Innovation legt das Unternehmen großen Wert auf Nachhaltigkeit und Service.
Der Kreuzkopf‑Bolzen als relevantes Verbindungselement im Kompressorentriebwerk und wird derzeit manuell mithilfe einer provisorischen Vorrichtung montiert.
Dieser Prozess ist arbeitsintensiv, zeitaufwendig und birgt erhebliche ergonomische sowie sicherheitsrelevante Risiken. Das liegt vor allem daran, dass der Kreuzkopf-Bolzen sehr schwer und der verfügbare Arbeitsraum beengt ist, wodurch die Handhabung erschwert wird.
Ziel dieses Projektes ist es, eine Montagevorrichtung mit allen relevanten Berechnungen und Fertigungsunterlagen zu entwickeln, die den Einbau des Bolzens deutlich erleichtert und den gesamten Prozess sicherer und effizienter gestaltet.
Die Aspekte Sicherheit, Ergonomie und Wirtschaftlichkeit bilden bei der Auslegung signifikante Einflussfaktoren
Projektarbeit: Auslegung und Neukonstruktion eines Kraftdrehkopfs
Projektteam: Lars Cepeda, Aileen Menninger, Laura Wagner, David Wolters
Kooperationspartner: HMH (Wirth)
Ansprechpartner: Bernd Wallrafen
Betreuender Lehrer: Sascha Schmitz

Zusammenfassung:
Die Firma HMH ist in der Erdöl- und Erdgasindustrie tätig.
HMH entwickelt und fertigt Hebewerke, Drehtische, Pumpen sowie Pfahlbohranlagen.
Pfahlbohranlagen werden unter anderem eingesetzt, um Bohrungen in Brückenfundamenten einbringen zu können. Hierbei muss sich der Bohrkopf durch mehrere unbekannte Bodenschichten und Materialien arbeiten.
Des Weiteren finden Pfahlbohranlagen im Offshore Bereich ihre Anwendung.
Der Bohrstrang der Pfahlbohranlage wird über den sogenannten Kraftdrehkopf (KDK) angetrieben und bildet somit das Herz der Anlage.
Ziel der Projektarbeit war es, den Kraftdrehkopf nach Kundenwunsch neu auszulegen.
Hierzu wurden das Getriebe inklusive Gehäuse und alle angrenzenden Komponenten neu dimensioniert, deren Festigkeitsnachweise geführt und alle Dokumente für den Fertigungs- und Produktionsprozess erstellt.
Projektarbeit: Konzeption und Entwicklung einer Verladung eines Kettenfahrzeugs auf einen Tieflader
Projektteam: Nico Böhme, Thomas Houben, Nicolas Tautges
Kooperationspartner: RWE Power AG
Ansprechpartner: Herr Marc Gohsen
Betreuender Lehrer: Herr Johannes Haas

Zusammenfassung:
Die RWE Power AG betreibt im Tagebau Garzweiler den Abbau verschiedener Materialien wie z.B. Kohle. Für den Abbau ist der Transport und die Verladung schwerer Kettenfahrzeuge nötig. Aktuell erfolgt die Verladung über provisorische Kieshügel, die als Verladerampe dienen. Diese müssen unter hohem Personal- und Materialaufwand errichtet werden.
Ziel der Projektarbeit war es, eine Vorrichtung zu entwickeln, die den Verladeprozess auf einen Tieflader vereinfacht, standardisiert und sicherer gestaltet.
Mithilfe der methodischen Konstruktion nach VDI 2221 wurde eine transportfähige und robuste Abrollpalette entwickelt, die ein schnelles und kostengünstigeres sicheres Verladen verschiedener Kettenfahrzeuge ermöglicht. Diese Lösung reduziert den Personalbedarf und gewährleistet eine sichere Handhabung unter Tagebaubedingungen.
Besonderes Augenmerk lag hierbei auf Arbeitssicherheit, Funktionalität, Witterungsbeständigkeit und Wirtschaftlichkeit. Mittels FEM-Analyse, Funktions- und Nutzwertanalysen wurde die Konstruktion hinsichtlich Stabilität, Ergonomie und Effizienz optimiert und nachgewiesen. Die Vorrichtung erfüllt alle sicherheitsrelevanten Anforderungen und lässt sich mit minimalem Schulungsaufwand bedienen. Durch die modulare Bauweise, die Berücksichtigung von Normteilen und die einfache Reinigung ist zudem eine wartungsarme Nutzung gewährleistet.
Zusätzliche Angebote
- In Kooperation mit der FH Aachen /Campus Jülich:
Anerkennung von Prüfungsleistungen bei Aufnahme eines Bachelorstudium - In Kooperation mit der IHK-Aachen:
Erwerb des Ausbildereignungsscheins nach AEVO (in den Unterricht integriert) - In Kooperation mit REFA Nordwest:
Erwerb des REFA-Scheins
Weiterbildungsangebot zum Qualitätsbeauftragten nach DIN ISO 9001 - Qualifizierung zur beruflichen Selbstständigkeit
Aufnahmevoraussetzungen
- Facharbeiter- bzw. Gesellenbrief im technischen Bereich
oder - einschlägige Berufstätigkeit von mindestens 5 Jahren
oder - bestehendes einschlägiges Berufsausbildungsverhältnis (frühestens ab 2. Ausbildungsjahr mit Qualifikationsnachweis)
Die berufliche Weiterbildung zum staatlich geprüften Techniker ist für Sie kostenneutral.
Anmeldung und Auskunft
Anmeldungen können während des Anmeldezeitraums über die Internetplattform Schüler online (www.schueleranmeldung.de) erfolgen. Nach Ablauf des Anmeldezeitraums sind Anmeldungen weiterhin möglich. Nehmen Sie in diesem Fall bitte Kontakt mit der Bildungsgangleitung (s.u.) auf.
Als Anlagen sind einzureichen:
- tabellarischer Lebenslauf
- Abschlusszeugnis der allgemeinbildenden Schule
- Abschlusszeugnis der Berufsschule (falls Lehre bereits beendet)
- Facharbeiter-, Gesellen- oder Gehilfenbrief (mit Noten)
- Arbeitszeugnisse, sonstige Qualifikationen
Der Anmeldung sind möglichst beglaubigte Kopien der Abschlusszeugnisse beizufügen.
Spätestens am Tag der Einschulung sind beglaubigte Kopien der endgültigen Abschlusszeugnisse nachzureichen.
Kennzeichen bei SchülerOnline: E02/137/00.
Ansprechpartner für die Fachschule für Technik
|
Johannes Haas Bildungsgangleiter Fachschule für Technik E-Mail: |
Downloads
Stundenplan 2025/26, 1. Halbjahr
Aufnahmevoraussetzungen
Flyer
Informationsbroschüre zum Aufstiegs-BAföG

